Das Lernzentrum zu Gast im Schmökertreff
Schmökertreff-Kinder klettern durch eine PostkarteLernzentrum CAPITO zu Besuch beim Schmökertreff der KÖB, Mitteilungsblatt Hirschberg KW 10, 2010
Matthias Stangl leitet seit Jahren erfolgreich das Lernzentrum CAPITO in Hirschberg, auch liebevoll „Büffelbude“ genannt. In mittlerweile 17 Niederlassungen im Rhein-Neckar-Kreis bietet das Team um Stangl klassische Nachhilfe bis hin zu Therapien an, die jeweils an die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes angepasst wird.
Rund um das Thema Lernen ging es auch am vergangenen Donnerstag beim Schmökertreff der Katholischen Öffentlichen Bücherei. Dabei handelte es sich weniger um die stupide „Paukerei“, die jedem Schulkind heute tagtäglich abverlangt wird. Nein, vielmehr sollte versucht werden, bei den Kindern das Interesse am Lernen zu wecken und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie eigentlich schon eine ganze Menge können und das, was bereits in jungen Jahren an Wissen schon vorhanden ist, nur wieder erweckt werden muss.
Dazu legte Stangl zunächst 3 Zettel mit Gesichtern, einem Lachenden, einem Traurigen und einem Gesicht, was sich irgendwie zwischen den beiden anderen befand auf die Tische und bat die Kinder, jeweils in das Gesicht einen Punkt zu kleben, je nachdem, wie sie sich gerade fühlten. Zum Schluss war das lachende Gesicht mit Punkten übersät und das mittlere Gesicht hatte lediglich einen einzigen Punkt.
Auf die Frage, wer denn den Punkt geklebt hätte, meldete sich Lukas und erklärte, dass es ihm heute nicht so gut gehen würde, wobei Stangl auch schon mitten im Thema war. „Wie schafft ihr trotzdem eure Hausaufgaben, auch wenn es euch mal nicht so gut geht?“, fragte Stangl die Kinder. „Wir machen eine Pause“, waren sich alle einig, wobei sie auch völlig richtig lagen, denn Pausen sind immens wichtig, um die geistige Fitness aufrecht zu erhalten.
Die nächsten Zettel die Stangl auslegte fragten nach der Anzahl der Schmökertreff-Teilnahmen. Nicht „weniger als fünf“, auch nicht „mehr als fünf“, sondern sage und schreibe mehr als 10 Teilnahmen konnten alle Kinder hier verzeichnen und verblüfften Stangl mit dem Hinweis, dass manche Kinder bereits sogar mehr als 60 Mal beim Schmökertreff waren und sich somit Schmökerkönig bzw. Schmökerkönigin nennen dürften. Stangl wollte allerdings auf etwas ganz anderes hinaus, waren doch auf den Zetteln lauter kleine Kreise abgedruckt, in die die Kinder auch ohne Hinweis ihre Punkte klebten und hinterher auch irgendwie übersichtlicher fanden, als die Zettel ohne Kreise.
Die wichtige Erkenntnis hieraus – wer Ordnung hält und seinen Schreibtisch nicht im Chaos versinken lässt, erleichtert sich das Lernen auf einfache Art und Weise.
Mit der Frage woher denn der Begriff „Schmökern“ komme, verblüffte er dann eher die beiden Mitarbeiterinnen der KÖB, Petra Stangl und Ragna Heinecke, die zwar den Begriff im Zusammenhang mit Lesen kannten, sich sonst aber keinen Reim darauf machen konnten. Der Begriff „schmökern“ kommt, nämlich aus dem Norddeutschen und bezeichnet ein altes, abgegriffenes Buch, dessen Seiten man auch durchaus zum Anzünden seiner Pfeife nehmen könne und weswegen noch heute nicht nur dicke Bücher, sondern auch die Raucher im Norden als Schmöker bezeichnet werden.
„Wer glaubt mir, dass ich durch eine Postkarte steigen kann?“, fragte Stangl in die Runde, wobei er nur auf ungläubige Blicke traf, denn dass der große Herr Stangl durch so eine kleine Postkarte klettern kann, daran glaubte zunächst niemand, doch dann wurden alle eines Besseren belehrt. Schnitt man nämlich entlang der geheimnisvollen Linien, die sich auf der Rückseite der Postkarte befanden entlang, konnte man sie letztendlich so weit auseinanderziehen, dass man mühelos hindurchschlüpfen konnte. Das das jeder einmal selber ausprobieren wollte war klar und so war es nur gut, dass Stangl für jedes Kind eine Postkarte und eine Schere dabeihatte.
„Welches Tier lebt an Land, hat 4 Beine, einen Schwanz und Fell?“ Eine Katze vielleicht oder eine Maus? Nein, ein Esel war hier gemeint als Überleitung zur sogenannten „Eselsbrücke“. Die Antwort auf die Frage, warum diese so heißen würde, hatte Stangl auch gleich parat. Da ein Esel überhaupt kein Freund von Wasser ist, bleibt er am Ufer einfach stehen und geht nicht weiter. Um ihn nun ans andere Ufer zu transportieren, musste man Brücken für diese wasserscheuen Tiere bauen, sogenannte Eselsbrücken.
„Magermilchjoghurt“ wäre zum Beispiel so eine Eselsbrücke, um sich die Vokale in der richtigen Reihenfolge zu merken. Sofort wurde Stangl mit Eselsbrücken bombardiert: „vor und ver schreibt jeder Herr und jede Frau mit Vogel-V“, kam spontan von Rebekka und auch der kleine Martin verblüffte mit einer Eselsbrücke für sämtliche Planeten, von der Sonne aus gesehen, die er dann auch sogleich in der richtigen Reihenfolge aufzählte.
Zum Abschluss überraschte Stangl noch mit einer konfusen Matheaufgabe, mit der er die Kinder auf die Probe stellen wollte und auch so manchen tatsächlich in Grübeln brachte. Waren es vielleicht doch 13 Pferde, die in jeden Waggon müssen und nicht 4, wie zuerst angenommen? So manchen rauchte schon der Kopf von den kuriosen Aufgaben, bis Julius endlich die falsche Rechnung korrigierte und der Denkfehler aufgeklärt wurde.
„Glaubt eurem Verstand, auch wenn euch mehrfach das Gegenteil bewiesen wurde“, gab Stangl den Kindern als Fazit mit auf den Weg, bevor es zum Abschluss für alle noch einen „Klassenarbeitsglückskäfer“ gab, der ab sofort natürlich bei keiner Klassenarbeit fehlen darf.

