Vokabeln lernen kann auch Spaß machen

Rhein Neckar Zeitung vom  26.02.2008

 

Sportgemeinde Leutershausen kooperiert mit dem Lernzentrum CAPiTO und bot am Samstag einen Mitmachkurs an. 

Hirschberg-Leutershausen. (kaz) Vokabeln abschießen? Da sind der 14-jährige Philipp Mack, der gleichaltrige Timo Baumann und der zwölfjährige Alexander Schemenauer schnell zur Stelle. Es ist Samstagvormittag kurz vor 11 Uhr, als im Feuerwehrhaus Leutershausen das Spiel beginnt und Dart-Pfeile auf englische Worte wie „wall“ oder „face“ fliegen. Der Freundeskreis der Sportgemeinde, der sich „Unternehmen Jungteufel“ nennt, unterzeichnete vor einigen Monaten eine Art Kooperationsvertrag mit dem „Lernzentrum Capito“.

Also ist dessen Leiter, Matthias Stangl, vor Ort, um zu demonstrieren, wie das Lernen von Vokabeln Spaß machen kann. Etwas gerne zu tun (und vor allem zu wissen, wofür), ist demnach Voraussetzung für den Erfolg. Im Gespräch mit der RNZ verrät Stangl, dass er selbst kein guter Schüler war. Dafür hat er nun drei Berufe. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker, später ein Studium zum Wirtschaftsingenieur und setzte schließlich noch den „Familienberater“ drauf. Die Lust „auf mehr“ Lernen erklärt er mit einem maritimen Vergleich: Wer ein Schiff bauen wolle, müsse keine Menschen suchen, die handwerkliche Arbeiten verrichten, sondern bei ihnen die Sehnsucht nach dem weiten Meer wecken...

 

Unter jenen, die sich für das Vokabeln-Lernen interessieren ist auch Roswitha Tecklenburg aus Lützelsachsen. Die pensionierte Grundschullehrerin ist gerade dabei, an der Volkshochschule Spanisch zu lernen. Zwischendurch stellt Stangl die Frage: „Wer hat denn überhaupt je gerne Vokabeln gebüffelt?“ Da meldet sich Alexander May zu Wort. Er hatte zwei Jahre beruflich in den Niederlande zu tun, wollte sich verständigen können und lernte Niederländisch. Seiner Schilderung nach ist bis heute einiges hängengeblieben. Zum Auftakt der Veranstaltung skizzierte er außerdem, was die SGL-Freunde wollen: zum Beispiel die Kinder und Jugendlichen in jeder Hinsicht fördern, Kontakte zu Firmen knüpfen, in denen Praktika möglich sind, und über gesunde Ernährung informieren.

 

Zum Freundeskreis gehört auch Uwe Gellert. Er fällt auf, als er bei einem Tauschspiel vor Ort Kärtchen für sein ehemaliges Lieblingsfach in der Schule sucht. Es war Mathe. Inzwischen ist er Finanzvorstand bei einer IT-Firma.

 

Aber wie geht das Vokabeln-Lernen leichter? Man könnte sich diese zu hause auf Treppenstufen kleben, damit man sie immer vor Augen hat. Oder in der Familie mit Kärtchen in der Fremdsprache „Memory“ spielen. Das Kartenspiel „Quartett“ ließe sich ähnlich abwandeln.

 

Sogar „Vokabel-Basketball“ ist möglich. Nur dass man statt eines Balls Zettel mit Wörtern in einen Korb wirft. Das englische Wort „go“ ist nun nicht unbedingt eines, das man sich nicht merken könnte. Laut Stangl wäre es aber hilfreich, das zu tun, was man sich gerade einprägen will. Also gehen...

Zum Abschluss des Vokal-Seminars steht Pantomime auf dem Programm. Da können sich die Akteure schon einmal überlegen, wie sie Begriffe wie „Kirche“ oder „Fliege“ darstellen können. Doch Stangl hat noch andere Ideen zum Lernen. Bei Autofahrten merkt er sich Kennzeichen anderer Fahrzeuge. Oder beispielsweise nur das „L“. Dann sind Sohn und Tochter auf der Rückbank gefordert, die sich dazu beispielsweise ein englisches Wort überlegen und das auch gleich übersetzen.

Für SGL-Mitglieder gibt’s für Kurse im Lernzentrum „Capito“ übrigens Rabatt. Anfragen bei Matthias Stangl unter der Telefonnummer 0 62 01/50 86 86, per Email unter M.Stangl@lernzentrum-capito.de. Allgemeine Infos im Internet unter www.lernzentrum-capito.de